Lippe Aktuell 29.06.2011
Sehr gefragt im AWO Feierabendhaus: Die Gartengruppe
Hier blühen die Teilnehmer auf
Bad Salzuflen (go). Jeden Mittwoch besucht Gärtnermeister Udo Brüntrup das AWO Feierabendhaus und gärtnert mit einer Gruppe von etwa 20 Senioren. Einige machen aktiv mit, andere, deren Motorik es nicht zulässt, sehen einfach zu. Udo Brüntrup ist aber noch mehr; er ist ausgebildeter Gartentherapeut. Nun hat er sich für seine Gruppe im Feierabendhaus etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Es wurden große Blumenkübel bepflanzt. Immer fünf Bewohner haben sich um einen Kübel gekümmert. Erde auffüllen, und dann die in den Wochen zuvor in den Gärtnerstunden gezogene Pflanzen einsetzen und angießen. Schön draußen in der Sonne im Park konnte das bewerkstelligt werden. Das Gefäß jeder Gruppe bekam eine Farbtafel mit farblich dazu passender Gießkanne. So weiß jeder Mitwirkende, welcher Kübel von ihm zu pflegen ist. Und das tun die Bewohner mit Hingabe, weiß Sigrid Wilmsmeier vom Sozialdienst des Feierabendhauses zu erzählen. Aufgestellt sind die mit Dahlien, Tagetes und Petunien bepflanzten Kübel am Haupteingang und am Ausgang zum Park. Dass Bewohner nun Blumenpaten geworden sind, ist ein Novum im Feierabendhaus. Vor allem die Bewohner, deren Gedächtnisleistung nicht mehr so gut ist, profitieren von dem Projekt. »Zum einen erinnern sie sich bei der Beschäftigung mit Pflanzen erstaunlich gut an früher und sie sind durch die Tätigkeit auch viel ausgeglichener. Auch miteinander zu kommunizieren, wird durch die Gruppenarbeit quasi automatisch gefördert. Dass sie nun für ihren Blumen-Kübel verantwortlich sind, stärkt zudem ihr Verantwortungsgefühl«, zählt Brüntrup auf. Die Vorzüge solch eines grünen Projekts in Senioreneinrichtungen liegen eigentlich auf der Hand. Gartentherapie steckt aber laut Brüntrup in Deutschland noch in den Kinderschuhen, England beispielsweise sei da schon viel weiter.
